Kombucha selber machen für Anfänger
Vor fast 10 Jahren fing ich an, mich für das Fermentieren zu interessieren.
Alles begann mit dem Fermentieren von Gemüse. Allem voran das klassische Sauerkraut. Doch irgendwann stolperte ich auch über Kombucha, einem probiotischen Getränk, das ähnlich wie Limo schmecken soll.
Von einer Freundin bekam ich meinen ersten Scoby, auch oft bezeichnet als Teepilz oder Kombuchapilz.
Was ist Kombucha?
Kombucha ist ein fermentierter Tee. Er entsteht, wenn gesüßter Tee mithilfe eines sogenannten SCOBY fermentiert wird. SCOBY steht für Symbiotic Culture of Bacteria and Yeast – also eine Lebensgemeinschaft aus Bakterien und Hefen.
Der Scoby verwandelt Tee und Zucker in ein gesundes Erfrischungsgetränk. Während des Fermentationsprozesses verstoffwechseln die Bakterien und Hefen den gezuckerten Tee in wertvolle Vitamine, Säuren, Enzyme und Milchsäurebakterien. Dabei entsteht der süß-saure Geschmack und natürliche Kohlensäure.
Das klingt erstmal kompliziert. Ist es aber nicht. Im Grunde übernimmt der Scoby die meiste Arbeit. Du musst ihn nur regelmäßig füttern. Du versorgst ihn regelmäßig mit Tee und Zucker und den Rest erledigt die Zeit.
Seinen Ursprung hat Kombucha vermutlich in China. Bereits 220 v. Christus war Kombucha dort für seine gesundheitsfördernde Eigenschaft bekannt.
Wie wird Kombucha gemacht – Schritt für Schritt
Was du dazu brauchst:
- Ein großes Gefäß am besten aus Glas mit ca. 1,5 Liter Fassungsvermögen
- Einen Scoby (Kombuchapilz/ Teepilz)
- 12g Schwarztee oder Grüner Tee
- 100g Zucker egal ob Vollrohrzucker, Rohrohrzucker oder weißer Zucker
- 1,3 LiterWasser
- 200ml Ansatzflüssigkeit
- Ein luftdurchlässiges Abdecktuch und Gummiband
So wird es gemacht:
- Das Wasser zum kochen bringen.
- Den Tee in ein Gefäß geben und mit dem heißen Wasser übergießen. Anschließend 8-10 Minuten ziehen lassen.
- Den losen Tee durch ein Sieb wieder herausfiltern. Nun den Zucker im noch warmen Tee auflösen.
- Das Ganze muss nun gut abkühlen. Denn der Scoby verträgt keine zu heißen Temperaturen. Das würde die Bakterien und Hefen töten. Alternativ nimmt man zum Tee kochen nur die Hälfe vom Wasser und schüttet die zweite Hälfte erst nach dem Ziehen und Zucker auflösen dazu. So kühlt es schneller ab.
- Wenn es gut abgekühlt ist kommt die Ansatzflüssigkeit und der Scoby dazu.
- Zum Schluss das Glas mit einem luftdurchlässigen Tuch abdecken. Am besten geht das mit einem Gummiband. Das Tuch schützt den Kombucha vor Essigfliegen.
- Fertig ist der Kobucha Ansatz. Jetzt das Glas am besten an einen warmen, dunkeln Ort über 19°C stellen. Zu grelles Licht kann der Kultur schaden. Alternativ das Glas in ein Tuch einwickeln.
- Der Kombucha muss nun 5 bis 7 Tage fermentieren. Du kannst ihn zwischendurch mal probieren, ob er dir schon schmeckt. Je länger er fermentiert, umso saurer wird er. Denn irgendwann haben die Mikroorganismen den Zucker verstoffwechselt und es wird immer weniger süß.
- Schmeckt er dir schon, kannst du ihn entweder direkt so trinken oder aber zur Zweitfermentation in Flaschen abfüllen. Wichtig ist, dass du wieder ca. 200ml Ansatzflüssigkeit für den neuen Ansatz behältst. Das heißt du entnimmst den Scoby und 200ml Kombucha. Den Rest kannst du trinken oder Zweitfermentieren. Und dann startest du wieder bei Punkt 1 und kochst neuen Tee für deinen Scoby.
Die Zweitfermentation
In Punkt 9 habe ich von einer Zweitfermentation geschrieben. Was das genau ist, möchte ich hier noch extra beschreiben.
Nach 5 bis 7 Tagen ist der Kombucha fertig fermentiert und du könntest ihn so schon trinken. Doch es gibt noch die sogenannte Zweitfermentation, wo der fermentierte Kombucha in Flaschen abgefüllt wird. So kannst du den Kombucha zum sprudeln bringen und hast die Möglichkeit noch weitere tolle Aromen in die Flasche zu bringen. Da kannst du dich richtig ausleben und die verrücktesten Kombinationen ausprobieren. Das sorgt für viel Abwechslung und Spaß bei der Kombucha Herstellung.
Zweitfermentation Schritt für Schritt
Was du brauchst:
- Luftdichte Flaschen – am besten 0,5 Liter Bügelflaschen
- Zutaten, um deinen Kombucha mit weiteren Geschmäckern zu verfeinern. Zum Beispiel: Zitrone, Beerenfrüchte, Apfel, Kräuter wie Rosmarin, Ingwer oder Kurkuma. Da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt und du kannst dich richtig ausleben.
- einen Teelöffel Zucker oder Honig
- Fülle den fertig fermentierten Kombucha in die Flaschen. Mache die Flaschen nicht zu voll. Denn bei der Zweitfermentation entsteht Kohlensäure.
- Nun kannst du alles mögliche mit in die Flasche geben. Ich mag Kombinationen wie Ingwer-Kurkuma oder Zitrone-Rosmarin sehr gerne. Du kannst da wirklich richtig kreativ werden.
- Optional kannst du noch einen Teelöffel Zucker oder ein bisschen Honig mit in die Flasche geben. Das ist neues Futter und regt die Zweitfermentation noch mal richtig an. Es klappt aber auch ohne.
- Verschließe die Flaschen und lasse sie wieder an einem warmen Ort für 2 bis 3 Tage fermentieren. Wichtig ist, die Flaschen jeden Tag einmal zu öffnen und zu schauen, wie viel Druck sich gebildet hat. Nach drei Tagen die Flaschen im Kühlschrank aufbewahren.
Fermentation ist ein super spannendes Thema. Die Mikroorganismen, Bakterien und Hefen bringen viele gesundheitsfördernde Eigenschaften mit. Seit ich dieses Thema für mich entdeckt habe, lässt es mich nicht mehr los. Ich probiere viele neue Sachen aus und fermentiere auch viel Gemüse aus unserem Selbstversorgergarten.
Hast du schonmal etwas fermentiert? Wie ist deine Erfahrung damit? Bist du davon auch so begeistert? Lass es mich gerne wissen 🙂


